N’deye Mareame Sarr

N’deye Mareame Sarr

Der Mensch hinter der Geschichte

N’deye Mareame Sarr war 26 Jahre alt und Mutter eines zweijährigen Sohnes. Ihre Geschichte wird auch von Schwarzen Selbstorganisationen und Menschen bewahrt, die an sie erinnern.

Geschichte & Dokumentation

Aschaffenburg · 14. Juli 2001 · 26 Jahre

N’deye Mareame Sarr wurde bei einem Polizeieinsatz in der Wohnung ihres getrennt lebenden Ehemanns angeschossen und starb anschließend im Krankenhaus. Schwarze Organisationen kritisierten den Einsatz und die öffentliche Darstellung ihres Todes.

Fakten

Name: N’deye Mareame Sarr

Alter: 26 Jahre

Ort: Aschaffenburg

Datum: 14. Juli 2001

Kontext: Familiärer Konflikt um den gemeinsamen zweijährigen Sohn; der Ehemann rief die Polizei.

Folge: Tödliche Verletzung durch einen Polizeischuss.

Unstimmigkeiten und unterschiedliche Darstellungen

Nach der in der Recherche wiedergegebenen Behördenversion habe Sarr einen Beamten mit einem Messer angegriffen; der andere habe zur Abwehr geschossen. Diese Version wird von der Perspektive der Schwarzen Community unterschieden.

Die im Umbruch-Bildarchiv dokumentierte Erklärung von Nitakaa-Maisha berichtet von vorausgegangenen erfolglosen Hilfegesuchen Sarrs und kritisiert, dass die Polizei für ihren Ehemann Partei ergriffen habe. Familienrechtliche Beschlüsse und ihr damaliger Kenntnisstand sind hier nicht anhand von Originalakten geprüft.

Historische Quellen verwenden unterschiedliche Namensschreibweisen. Der bpb-Beitrag nennt innerhalb desselben Textes sowohl 2001 als auch 2002. Diese Seite verwendet den durch die zeitgenössische Dokumentation belegten 14. Juli 2001.

Die genaue Verletzungsfolge, Schussdistanz und Bedeutung der verwendeten Munition erfordern gesonderte Belege. Sie werden nicht aus einer KI-Analyse als medizinisch gesicherte Feststellungen übernommen.

Ermittlungsstand

Historische Darstellungen berichten, dass die Schussabgabe mit Notwehr beziehungsweise Nothilfe gerechtfertigt wurde. Die genaue Verfahrensfolge ist noch zu klären: Die vorliegende Recherche vermischt Einstellung, Freispruch und Nichteröffnung eines Hauptverfahrens.

Ein gerichtlicher Originalbeschluss mit Aktenzeichen liegt dieser Dokumentation bisher nicht vor. Der Beitrag von Nana Odoi spricht von einem Freispruch, liefert dafür aber keine ausreichend präzise Entscheidungsfundstelle. Eine abschließende rechtliche Bewertung wird daraus nicht abgeleitet.

Kritikpunkte am Umgang

Schwarze Organisationen stellten die tödliche Gewalt und die Behandlung von Sarrs vorausgegangenen Hilfegesuchen infrage. Ihre Kritik richtet sich auch gegen eine öffentliche Darstellung, in der Sarr vor allem als Bedrohung erschien.

Nana Odoi analysiert den Fall als Beispiel rassistischer Zuschreibungen im Strafrechtssystem. Diese rassismuskritische Einordnung ist als Analyse der Autorin kenntlich zu machen.

Am 8. September 2001 fand in Aschaffenburg eine Solidaritätsdemonstration statt. Das Umbruch-Bildarchiv dokumentiert die Erinnerung und den Protest. Historische Angaben zu Verfahren gegen Organisator*innen müssen hinsichtlich Vorwürfen und Ausgängen noch einzeln geprüft werden.

Quellen und Erinnerung

Umbruch-Bildarchiv: Andenken an N’deye Mareame Sarr, 8. September 2001.

Nana Odoi: Die Farbe der Gerechtigkeit ist weiß, bpb, 10. August 2004. Der Beitrag dient der Einordnung; seine widersprüchlichen Datums- und Verfahrensangaben bleiben ausdrücklich markiert.

Stand: 23. Oktober 2026. Diese Dokumentation führt belegte Eckdaten, Behördendarstellungen und Kritik mit Quellenzuordnung zusammen. Nicht eingesehene Originalakten und widersprüchliche Angaben sind als offene Punkte benannt.

Kundgebung vor dem Haus in Aschaffenburg, in dem N’deye Mareame Sarr getötet wurde